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13.07.2015

Liebe Glaubensgeschwister,

Seit über zwei Jahren leben ich und meine Kinder jetzt von meinem Mann und Vater getrennt. Das gemeinsame Haus ist seit Dezember 2014 zum Verkauf ausgeschrieben. Bisher waren diverse Leute am Haus interessiert und es kamen zu meiner grossen Überraschung sogar Leute vorbei, für die ich insgeheim bete…Wir haben sogar mehrmals den Preis gesenkt, so dass es schon fast ein Schnäppchen ist. Doch gekauft hat es noch keiner. Schon mal auf der Suche nach einer neuen, geeigneten Bleibe gingen meine Gedanken und Sehnsüchte immer wieder zu einem bestimmten Ort: Mein Elternhaus. Ich hatte es damals vor 7 Jahren verkauft, denn mein Mann wollte partout nicht in mein Elternhaus umziehen. Und so haben wir dann mit dem Verkaufserlös ein gemeinsames Haus gebaut. Seit der Trennung bereue ich diese Entscheidung von damals natürlich zu tiefst. Die ganze Zeit stelle ich mir diesen Ort als perfekten Zufluchtsort vor, abgelegen, mit einer Quelle — kurz ein Ort des Friedens und der Ruhe. Letzte Woche habe ich die neuen Besitzer (durch eine spezielle Inspiration) angeschrieben, und sie um einen Rückkauf gebeten. Ist es Gottes Wille, so dachte ich, wird ER das Unmögliche möglich machen. Heute dann, kam zu meiner Überraschung bereits ihre Antwort:

Sie fühlen sich in meinem ehemaligen Elternhaus sehr wohl und haben nach eigenen Schicksalsschlägen endlich ihren besonderen Ort gefunden, den sie mit viel Herzblut und mit viel Geld umgebaut haben. Ein Verkauf kommt für sie nicht in Frage. Und da war dann dieser eine Satz:“ …wenn sich Türen verschliessen, gehen an einem anderen Ort neue Türen auf. Bestimmt finden Sie auch an einem anderen Ort Ihren Zufluchtsort…“. Das hat mir plötzlich alle Zusammenhänge und (wie ich stark vermute) die Antworten gegeben, die in Gottes Absicht lagen.

Über die Antwort der Besitzer war ich natürlich erstmal sehr traurig. Aber trauern bedeutet auch Abschied nehmen und loslassen. Mein Elternhaus war wie ein Geist, den man nicht mehr los wird. Nun kann ich mich endlich von einer weiteren, weltlichen Sache lösen. Und gleichzeitig war sofort auch Jesus da und hat mich in seinen Armen aufgefangen und getröstet. Denn mir wurde wieder klar, was in meinem Leben das Wesentliche ist. Wie schnell wir schwachen Menschen doch vergessen….! Warum suche ich nach einem Zufluchtsort, wenn ich ihn doch schon längst in Jesus Christus gefunden habe? Warum lasse ich diese innere Unruhe zu, weil das Haus noch nicht verkauft wurde? In Rickenbach darf ich mit meinen Kindern in einem schönen grossen Haus wohnen und es fehlt uns an nichts. Warum sollte ich mich dessen schämen? Gottes Absicht scheint es gewesen zu sein, dass ich das Haus zum Verkauf ausschreibe, damit ich das weitere Geschehen vertrauensvoll ganz in die Heiligen Hände Gottes legen kann (und muss). Aber jeden Tag, den wir noch in diesem Haus leben dürfen, ist doch ein Göttliches Liebesgeschenk an uns! Und es wird so lange andauern, wie Gott es zulassen kann. Und sobald ein Käufer kommt (oder ein bestimmtes Ereignis), wird Gott mir anschliessend zeigen wohin es geht.

Mir ist wieder bewusst geworden, dass ich meinen freien Willen Gott überlassen habe, damit ich eben nicht mehr über unsere Zukunft selbstbestimmend planen muss. Weil ich gemerkt habe, dass es mir in meiner Schwachheit ja doch nur schadet. Gott sorgt jetzt für uns und so weiss ich: JETZT kommt alles gut. Ich glaube sogar, dass wir (die Restarmee) JETZT alle am richtigen Ort leben. Wenn wir woanders hin sollen, wird Gott es zum perfekten Zeitpunkt unmissverständlich so fügen. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle Absichten, Wünsche, Begehrlichkeiten usw. in die Hände Gottes legen, damit es SEIN Problem ist. Wir dürfen auf keinen Fall Gottes Vorsehung vorgreifen und selber aktiv werden. Denn dann würde es zu unserem Nachteil sein.

Also bildlich gesprochen: Wir gehen alle vertrauensvoll und unbesorgt schön gerade aus, bis zur nächsten Kreuzung oder bis wir an einer Sackgasse stehen. Und erst dann, wen es für uns nicht mehr weitergeht, öffnet uns Gott eine neue Tür, wo noch gar keine Tür ist. Und es wird vermutlich immer das für uns Unerwartete sein, dass von Gott kommt. Deshalb scheint es mir auch so wichtig, dass wir nicht gewohnheitsmässig oder aus Bequemlichkeit alles von uns weisen, sondern erst alles mit einem offenen Herzen annehmen und durch den Heiligen Geist prüfen lassen.

Wir müssen lernen zu vertrauen. Jeden Tag so nehmen, (gut und schlecht) wie er uns begegnet. Dieser Spruch: „Der Mensch denkt und Gott lenkt“, halte ich für falsch. Der Mensch, der seinen freien Willen an Gott übergeben hat, soll eben NICHT denken — sondern sich nur noch vertrauensvoll von Gott lenken lassen. Gottes Wille zu tun, bedeutet zu vertrauen!

Das Evangelium vom letzten Sonntag passt hierzu auch perfekt: Jesus hat seine Apostel mit folgenden (sinngemässen) Worten ausgesendet: „Nehmt einen Wanderstab mit und das was ihr am Leib tragt — aber geht ohne Proviant, ohne 2. Hemd und nur mit Sandalen an den Füssen.“

Warum? Ganz schlicht: Den Aposteln durfte nichts anderes übrig bleiben. Sie mussten der Führung Gottes vertrauen und dass ER für ihr leibliches Wohl besorgt ist. Sie hatten kein Netz und keinen doppelten Boden. Keine andere Versicherung. Nur das bedingungslose (!!) Vertrauen in Gott.

Wenns denn so einfach wäre. Aber JETZT schenkt uns Gott in seiner Liebe und Barmherzigkeit noch jene Zeit, in denen wir uns mit Seiner Hilfe auf den Ernstfall vorbereiten können. JETZT ist noch die Zeit, wo wir für die Umsetzung, Gott bedingungslos zu vertrauen, üben können. Wir müssen uns bemühen, jeden Tag so umzusetzen und zu leben wie Jesus und Maria es uns vorgemacht haben. Und so werden wir jene hellen Lichter Gottes, die kleinen Werkzeuge, von denen Jesus gesprochen hat. Gefestigt in der Liebe und im Vertrauen in Jesus, vermag uns nichts umzuhauen, nichts kann uns noch genommen werden. Denn: Unser Zufluchtsort und unsere Versicherung, unser ganzes Hab und Gut: IST Jesus Christus!

Gottes Segen und liebe Grüsse, Sandra

 

 

 

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